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Erdwärmepumpe (Sole-Wasser): Bohrung, Kollektor, Kosten & Effizienz

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Bohrgerät setzt auf einem Wohngrundstück eine Erdwärmesonde für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Die Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe) nutzt die ganzjährig fast konstante Erdtemperatur (ab 10-15 m rund 10 °C) und erreicht damit die höchste Effizienz aller Wärmepumpen-Typen: JAZ im Feld rund 4,1-4,3 (Fraunhofer ISE, Feldmessungen bis 2024).
  • Drei Wärmequellen zur Auswahl: Erdwärmesonde (Tiefenbohrung, kleinste Fläche, höchste Effizienz, teuerste Erschließung), Flächenkollektor (viel Garten nötig) und Ringgrabenkollektor (günstigste Variante, ohne Bohrung).
  • Gesamtkosten schlüsselfertig vor Förderung, grob: mit Erdsonde 24.000-40.000 €, mit Flächenkollektor 17.000-30.000 €, mit Ringgrabenkollektor am unteren Ende (Marktspannen, Stand 2026).
  • Förderung 2026 über die KfW (Zuschuss 458): bis zu 70 % auf max. 28.000 € förderfähige Kosten der ersten Wohneinheit - also maximal 19.600 € Zuschuss; nur mit dem Einkommensbonus von 40 % steigt die Obergrenze auf 80 % und damit auf 22.400 €. Den früheren Effizienzbonus für Erdreich als Quelle gibt es seit dem 21.07.2026 nicht mehr.
  • Erdsonden brauchen eine wasserrechtliche Erlaubnis und sind in Trinkwasserschutzzonen I und II tabu - ein Flächen- oder Ringgrabenkollektor ist dort oft die legale Alternative. Details im Ratgeber zur Erdwärme-Genehmigung.

Was ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe)?

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe entzieht dem Erdreich Wärme und hebt sie auf ein zum Heizen nutzbares Temperaturniveau. In einem geschlossenen Erdkreislauf zirkuliert ein frostsicheres Wasser-Frostschutz-Gemisch, die sogenannte Sole. Sie nimmt die Erdwärme auf, gibt sie im Wärmetauscher der Wärmepumpe an das Kältemittel ab, das verdichtet wird und die Wärme schließlich an den Heizkreis (Wort „Wasser" im Namen) überträgt.

Der entscheidende Vorteil liegt in der Wärmequelle: Während die Außenluft im Winter genau dann am kältesten ist, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist, bleibt das Erdreich stabil. Ab etwa 10-15 m Tiefe herrschen ganzjährig rund 10 °C; tiefer steigt die Temperatur um etwa 3 K je 100 m (geothermischer Gradient, Quelle: VDI 4640, Bundesverband Geothermie). Diese konstant hohe Quellentemperatur ist der Grund, warum Erdwärmepumpen effizienter arbeiten als Luft-Wasser-Wärmepumpen.

Verlegung eines Flächenkollektors mit Solerohren in einem Garten
Flächenkollektor: Solerohre werden frostfrei in rund 1,2-1,5 m Tiefe verlegt.

Die drei Wärmequellen im Vergleich: Erdsonde, Flächenkollektor, Ringgrabenkollektor

Für die Wärmepumpe selbst spielt es keine Rolle, wie die Erdwärme erschlossen wird. Der große Kosten- und Genehmigungsunterschied entsteht ausschließlich bei der Erschließung. Es gibt drei Wege - der dritte fehlt in den meisten Marken-Ratgebern.

Erdwärmesonde (Tiefenbohrung)

Bei der Erdwärmesonde werden ein oder mehrere Bohrungen typischerweise 40-100 m tief niedergebracht und ein U-förmiges Sonderohr eingelassen. Je tiefer, desto höher und stabiler die Quellentemperatur - und damit die Effizienz. Die Sonde braucht nur wenige Quadratmeter Standfläche und eignet sich deshalb auch für kleine Grundstücke. Bis 100 m Tiefe gilt das Wasserrecht; ab 100 m greift zusätzlich das Bundesberggesetz. Der Bohrmeterpreis hängt stark vom Untergrund ab und liegt grob bei 50-100 €/Bohrmeter (Quellen: Bosch Home Comfort, energie-experten.org, Stand 2026).

Flächenkollektor

Der Flächenkollektor besteht aus Solerohren, die flächig in etwa 1,2-1,5 m Tiefe (frostfrei) mit einem Rohrabstand von 0,6-0,8 m verlegt werden. Er bezieht seine Wärme vor allem aus Sonneneinstrahlung und Regen im oberen Erdreich, nicht aus der Tiefenwärme. Das macht ihn günstiger, aber flächenhungrig: Als Faustregel gilt das 1,5- bis 2-Fache der beheizten Wohnfläche an unversiegelter Gartenfläche. Diese Fläche darf nicht überbaut, versiegelt oder tief bepflanzt werden (Quellen: 42watt.de, VDI 4640, Stand 2026).

Ringgrabenkollektor (RGK)

Der Ringgrabenkollektor ist die oft günstigste Erschließung und wird von vielen Ratgebern übersehen. Das Solerohr wird in einem schmalen, tiefen Graben verlegt (rund 40-80 m Grabenlänge fürs Einfamilienhaus). Der Flächenbedarf liegt bei nur etwa 100-200 m² (für 8 kW Heizlast), möglich ab rund 150 m² freier Gartenfläche. Da weder Bohrgerät noch - in der Regel - eine wasserrechtliche Erlaubnis nötig sind, beginnen die Erschließungskosten bei rund 2.000-3.000 € und liegen typisch bei 2.000-5.000 €, meist etwa der Hälfte einer Sondenbohrung (Quellen: Ringgrabenkollektor/Wärmepumpen-Verbrauchsdatenbank, alpha innotec, Buderus, Stand 2026; Kostenspanne [MED]).

MerkmalErdwärmesondeFlächenkollektorRinggrabenkollektor
Flächenbedarfwenige m²~250-300 m² (bei 150 m² Wohnfläche)~100-200 m²
Erschließungskosten (ca.)6.000-18.000 €3.500-6.000 €2.000-5.000 €
Effizienz (JAZ)höchstehochhoch
Genehmigungwasserrechtliche Erlaubnismeist nur anzeigepflichtigmeist nur anzeigepflichtig
Im WasserschutzgebietZone I/II unzulässigoft zulässigoft zulässig

Marktspannen und Richtwerte, Quellen: 42watt.de, Bosch Home Comfort, Verivox, VDI 4640; Stand 2026-07-03. [MED]

Entzugsleistung: Warum die Bodenart über die Kosten entscheidet

Wie viele Bohrmeter oder wie viel Kollektorfläche Sie brauchen, hängt weniger von der Wärmepumpe ab als vom Untergrund. Die VDI 4640 Blatt 2 (Ausgabe 2019-06) gibt Richtwerte für die spezifische Entzugsleistung. Ein wassergesättigter, gut wärmeleitender Boden liefert ein Vielfaches eines trockenen Sediments - deshalb schwanken die Erschließungskosten so stark.

Untergrund (Erdsonde, ~1.800 h/Jahr)Entzugsleistung
trockenes Sediment~20-25 W/m
Ton/Schluff, feucht~35-50 W/m
wassergesättigter Sand/Kies~55-65 W/m
Festgestein (Sandstein/Kalkstein)~55-85 W/m
kristallines Gestein (Granit/Gneis)bis ~84-100 W/m

Beim Flächenkollektor liegt die Entzugsleistung je nach Bodenfeuchte bei etwa 10-40 W/m² (trockener, nicht bindiger Boden ~10 W/m² oder weniger; wassergesättigt bis ~40 W/m²). Eine Grundwasserströmung erhöht die Werte zusätzlich. Praktisches Beispiel: Für eine 8-kW-Wärmepumpe (Entzugsleistung Erdreich rund 6 kW) reichen in gut wärmeleitendem Festgestein etwa 80-100 Bohrmeter, in trockenem Sediment können es 250 m und mehr werden - ein Kostenfaktor, der vor der Bohrung geklärt sein sollte (Quelle: VDI 4640 Blatt 2, Stand 2026).

Effizienz: Wie hoch ist die JAZ einer Erdwärmepumpe wirklich?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. In den Feldmessungen des Fraunhofer ISE (WP Monitor / WPsmart im Bestand, Messungen bis 2024) erreichen Erdreich-/Sole-Wasser-Wärmepumpen im Mittel eine JAZ von rund 4,1-4,3, mit einer Einzelanlagen-Spanne von etwa 3,6 bis 5,4. Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen im Mittel bei rund 3,4. Erdwärme ist damit der effizienteste Wärmepumpen-Typ - eine Sole-Wasser-Anlage braucht für dieselbe Wärme spürbar weniger Strom.

Wichtig für die Einordnung: Als wirtschaftlich sinnvoll gegenüber fossilen Systemen gilt eine JAZ ab etwa 3,0. Erdwärme liegt deutlich darüber - vorausgesetzt, das Heizsystem passt. Die hohe JAZ entsteht nur bei niedriger Vorlauftemperatur, ideal um 35 °C mit einer Flächenheizung. Bei hohen Vorlauftemperaturen sinkt die JAZ auch bei Erdwärme deutlich.

Wie viel Garten brauche ich? Der Flächen-Entscheidungsbaum

Die Wahl der Erschließung hängt in der Praxis vor allem an der verfügbaren Grundstücksfläche:

Zu den Grenzabständen: Nach VDI 4640 halten Erdwärmesonden einer Anlage untereinander mindestens rund 6 m Abstand (bei Sonden tiefer als 50 m), etwa 5 m zur Grundstücksgrenze (örtlich teils 3 m) und mindestens 2 m zu Gebäuden. Kollektorflächen dürfen nicht überbaut oder versiegelt werden (Quellen: VDI 4640 Blatt 1 und 2, LBEG Niedersachsen, Bayerisches LfU, Stand 2026).

Innenaufgestellte Sole-Wasser-Wärmepumpe im Technikraum eines Einfamilienhauses
Das Wärmepumpen-Aggregat steht im Haus; nur die Erschließung liegt im Erdreich.

Was kostet eine Erdwärmepumpe?

Die Gesamtkosten setzen sich aus dem Wärmepumpen-Aggregat und der Erschließung zusammen. Das Aggregat (Sole/Wasser, Einfamilienhaus rund 5-15 kW) kostet inklusive Einbindung grob 12.000-15.000 €. Dazu kommt die gewählte Erschließung:

PositionKostenspanne (ca., vor Förderung)
Wärmepumpen-Aggregat inkl. Einbindung12.000-15.000 €
Erschließung Erdsonde (Bohrung inkl. Sonde)6.000-18.000 € (komplett oft 9.500-11.500 €)
Erschließung Flächenkollektor (20-30 €/m²)3.500-6.000 €
Erschließung Ringgrabenkollektor2.000-5.000 €
Gesamt mit Erdsonde24.000-40.000 €
Gesamt mit Flächenkollektor17.000-30.000 €

Die laufenden Kosten sind der eigentliche Trumpf der Erdwärme: Der Stromverbrauch im Einfamilienhaus liegt grob bei 400-900 €/Jahr (je nach Heizlast, Strompreis und JAZ), dazu kommen rund 150 €/Jahr Wartung. Dank der höchsten JAZ hat die Sole-Wasser-Wärmepumpe die niedrigsten Betriebskosten aller Wärmepumpen-Typen. Die höhere Investition amortisiert sich damit über die Jahre gegenüber einer Luft-Wärmepumpe - garantiert ist das aber nicht, es hängt an Heizlast, Bohrkosten und Strompreis. Lebensdauer: Das Aggregat hält rund 20 Jahre, Sonde und Kollektor 50 Jahre und mehr (Quellen: Bosch Home Comfort, energie-experten.org, gruenes.haus, Verivox; Stand 2026; [MED]).

Förderung 2026: KfW-Zuschuss 458

Der Austausch einer alten Heizung gegen eine Wärmepumpe im Bestandsgebäude wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Zuständig ist die KfW (Zuschuss 458). Die Fördersätze summieren sich:

Gedeckelt ist der Zuschuss bei maximal 70 %; auf 80 % steigt die Obergrenze nur mit dem Einkommensbonus von 40 %. Die förderfähigen Höchstkosten liegen bei 28.000 € für die erste Wohneinheit - der maximale Zuschuss beträgt somit 19.600 €, mit 80 % höchstens 22.400 €. Der Effizienzbonus, der Erdwärme förderseitig besonders attraktiv gemacht hat, ist zum 21.07.2026 ersatzlos entfallen (Quelle: KfW/BAFA, BEG-Programmstand 2026; Konditionen bei Antragstellung prüfen, [MED]).

Genehmigung und Wasserschutzgebiet

Eine Erdwärmesonde ist erlaubnispflichtig: Sie greift in den Untergrund und potenziell ins Grundwasser ein und braucht daher eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde (nach Wasserhaushaltsgesetz §§ 8, 9). Flächen- und Ringgrabenkollektoren liegen oberhalb des Grundwassers und sind in vielen Bundesländern nur anzeigepflichtig.

Ein Wasserschutzgebiet ist kein automatisches Aus für Erdwärme. In den Trinkwasserschutzzonen I und II sind Tiefenbohrungen generell unzulässig - dort kann ein Flächen- oder Ringgrabenkollektor ohne Grundwasserkontakt aber häufig die zulässige Alternative sein, abhängig von Schutzgebietsverordnung und Zone. Diese Lösungsperspektive fehlt in fast allen Ratgebern. Klären lässt sich das über die untere Wasserbehörde und die Geothermie-Potenzialkarten der Landesämter. Die vollständige Schritt-für-Schritt-Genehmigung behandeln wir separat im Ratgeber Erdwärme-Genehmigung (Quellen: WHG §§ 8, 9; Geologischer Dienst NRW; Stand 2026).

Vor dem Kauf prüfen: Machen Sie eine formlose Voranfrage bei der unteren Wasserbehörde und einen Standort-Check über die Geothermie-/Potenzialkarten Ihres Bundeslandes (Bohrbarkeit, Entzugsleistung, Schutzgebiete). Die Bohrung sollte ein nach DVGW W 120-2 zertifiziertes Unternehmen ausführen, die Auslegung nach VDI 4640 erfolgen.

Passives Kühlen im Sommer

Ein oft unterschätzter Vorteil der Erdsonde: Sie kann im Sommer nahezu kostenlos kühlen (Natural bzw. Passive Cooling). Das kühle Erdreich wird ohne Verdichterbetrieb - nur mit der Umwälzpumpe - über die Flächenheizung genutzt, um Raumwärme abzuführen. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist dieser besonders sparsame Kühlmodus so nicht möglich (Quellen: Herstellertechnik alpha innotec, Buderus, NIBE; VDI 4640; Stand 2026).

Für wen sich Erdwärme lohnt - und wann nicht

Die Entscheidungsmatrix in Kürze:

Wann Erdwärme eher nicht passt: In ungedämmten Gebäuden mit alten Heizkörpern und hoher Vorlauftemperatur (über 55 °C) sinkt die JAZ deutlich - dann steht die hohe Erschließungsinvestition in keinem guten Verhältnis zum Nutzen. Auch bei sehr ungünstigem Untergrund (trockenes Sediment) oder sehr kleinem Grundstück ohne Bohrmöglichkeit kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe die wirtschaftlichere Wahl sein. Erst Gebäude ertüchtigen, dann Wärmequelle wählen.

Rechtlicher Rahmen am Rande: Das Heizungsgesetz (bisher GEG) soll nach dem Kabinettsbeschluss vom 13.05.2026 zum Gebäudeenergie-Gesetz weiterentwickelt werden, geplantes Inkrafttreten 01.11.2026 (Stand 2026, geplant). Ein beschlossener kommunaler Wärmeplan setzt eine Austauschpflicht in der Regel nicht vorzeitig in Kraft. Diesen Rahmen behandeln wir in eigenen Ratgebern; für die Technikentscheidung ist er nachrangig.

Erdwärme für Ihr Grundstück prüfen lassen

Ob Erdsonde, Flächen- oder Ringgrabenkollektor am besten passt, hängt von Untergrund, Grundstück und Schutzgebiet ab. Ein Fachbetrieb klärt Bohrbarkeit, Auslegung und Genehmigung vor Ort.

Angebot für eine Erdwärmepumpe anfragen

Regionale Besonderheiten - Untergrund, Schutzgebiete und Förderprogramme der Länder - finden Sie auf den lokalen Stadt-Seiten von Wärmepedia.

Häufige Fragen

Was kostet eine Erdwärmepumpe mit Bohrung?
Schlüsselfertig und vor Förderung liegt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdwärmesonde grob bei 24.000-40.000 €. Davon entfallen rund 12.000-15.000 € auf das Aggregat und 6.000-18.000 € auf die Bohrung (Bohrmeterpreis grob 50-100 €/m). Über die KfW-Förderung 458 sind in der Regel bis zu 70 % auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten möglich, mit dem Einkommensbonus von 40 % (zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000 €) bis zu 80 %, also bis zu 22.400 € Zuschuss (Quellen: 42watt.de, Bosch, Verivox, KfW/BAFA; Stand 2026).
Wie tief muss für eine Erdwärmepumpe gebohrt werden?
Erdwärmesonden werden typischerweise 40-100 m tief gebohrt. Bis 100 m gilt das Wasserrecht, ab 100 m zusätzlich das Bundesberggesetz. Wie viele Bohrmeter nötig sind, hängt stark vom Untergrund ab: In gut wärmeleitendem Festgestein reichen für eine 8-kW-Anlage rund 80-100 m, in trockenem Sediment können es 250 m und mehr werden (Quelle: VDI 4640 Blatt 2, Stand 2026).
Wie hoch ist die JAZ einer Sole-Wasser-Wärmepumpe?
In den Feldmessungen des Fraunhofer ISE erreichen Erdwärmepumpen im Mittel eine Jahresarbeitszahl von rund 4,1-4,3, mit einer Spanne von etwa 3,6 bis 5,4. Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen im Mittel bei rund 3,4. Wirtschaftlich gilt eine JAZ ab etwa 3,0 (Quelle: Fraunhofer ISE, Feldmessungen bis 2024).
Erdsonde oder Flächenkollektor - was ist besser?
Die Erdsonde liefert die höchste und stabilste Effizienz und braucht kaum Fläche, ist aber die teuerste Erschließung und erlaubnispflichtig. Der Flächenkollektor ist günstiger, benötigt aber viel unversiegelten Garten (rund das 1,5- bis 2-Fache der Wohnfläche). Der Ringgrabenkollektor ist eine dritte, oft günstigste Option mit mittlerem Flächenbedarf. Die Wahl richtet sich vor allem nach verfügbarer Fläche, Untergrund und Schutzgebiet.
Wie viel Fläche braucht ein Flächenkollektor?
Als Faustregel gilt das 1,5- bis 2-Fache der beheizten Wohnfläche an unversiegelter Gartenfläche - für 150 m² Wohnfläche also grob 250-300 m². Die Fläche darf nicht überbaut, versiegelt oder tief bepflanzt werden. Ein Ringgrabenkollektor kommt mit rund 100-200 m² aus (Quellen: 42watt.de, Verivox, VDI 4640; Stand 2026).
Ist eine Erdwärmepumpe im Wasserschutzgebiet erlaubt?
In den Trinkwasserschutzzonen I und II sind Erdwärmesonden (Tiefenbohrungen) generell unzulässig. Ein Flächen- oder Ringgrabenkollektor ohne Grundwasserkontakt kann dort aber oft die zulässige Alternative sein - abhängig von Schutzgebietsverordnung und Zone. Prüfen lässt sich das über die untere Wasserbehörde und die Geothermie-Potenzialkarten des Landes (Quellen: WHG, Geologischer Dienst NRW; Stand 2026). Details im Ratgeber Erdwärme-Genehmigung.
Braucht eine Erdwärmesonde eine Genehmigung?
Ja. Eine Erdwärmesonde ist erlaubnispflichtig und braucht eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde nach Wasserhaushaltsgesetz (§§ 8, 9). Flächen- und Ringgrabenkollektoren liegen oberhalb des Grundwassers und sind in vielen Bundesländern nur anzeigepflichtig. Die Bohrung sollte ein nach DVGW W 120-2 zertifiziertes Unternehmen ausführen.
Kann eine Erdwärmepumpe im Sommer kühlen?
Ja, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde kann im Sommer nahezu kostenlos passiv kühlen. Das kühle Erdreich wird ohne Verdichterbetrieb - nur mit der Umwälzpumpe - über die Flächenheizung genutzt. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen ist dieser besonders sparsame Modus so nicht möglich (Quellen: Herstellertechnik, VDI 4640; Stand 2026).
Lohnt sich eine Erdwärmepumpe im Altbau?
Ja, wenn der Altbau saniert ist und mit niedriger Vorlauftemperatur (ideal rund 35 °C, Flächenheizung) betrieben werden kann. In ungedämmten Gebäuden mit alten Heizkörpern und hoher Vorlauftemperatur sinkt die JAZ deutlich, sodass die hohe Erschließungsinvestition wirtschaftlich fraglich wird. Grundsatz: erst dämmen und Heizflächen prüfen, dann Wärmequelle wählen.
Wie viel Förderung gibt es 2026 für eine Erdwärmepumpe?
Über den KfW-Zuschuss 458 sind in der Regel bis zu 70 % möglich: 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und der gestaffelte Einkommensbonus von 40 % (zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000 €), 30 % (bis 40.000 €) oder 10 % (bis 50.000 €); mit mindestens einem minderjährigen, kindergeldberechtigten Kind im Haushalt verschieben sich diese Grenzen um 10.000 € nach oben. Der Effizienzbonus für Erdreich als Wärmequelle ist zum 21.07.2026 ersatzlos entfallen. Auf 80 % steigt die Obergrenze nur mit dem 40-%-Einkommensbonus. Die förderfähigen Höchstkosten liegen bei 28.000 € für die erste Wohneinheit, der maximale Zuschuss somit bei 22.400 € (Quelle: KfW/BAFA, Programmstand 2026).

Quellen (Stand 2026-07-03):