Wärmepumpe: Stromverbrauch & Stromkosten pro Jahr (2026)
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Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Ein typisches Einfamilienhaus (~150 m²) verbraucht rund 3.500–6.000 kWh Strom pro Jahr für Heizung und Warmwasser (Richtwerte co2online Heizspiegel, Ausgabe 2024/2025).
- Mit einem Wärmepumpen-Tarif (20–28 ct/kWh, Stand Q1–Q2 2026) liegen die Stromkosten meist bei 750–1.600 € pro Jahr – abhängig von Gebäude, Jahresarbeitszahl (JAZ) und Tarif.
- Faustformel: Heizwärmebedarf ÷ JAZ = Stromverbrauch. Der größte Hebel ist die Vorlauftemperatur – jedes Grad weniger spart rund 2,5 % Strom.
- Der „Stromfresser im Winter"-Mythos ist widerlegt: In der Fraunhofer-ISE-Feldstudie 2025 leistete der elektrische Heizstab im Mittel nur rund 1,3 % der Stromarbeit.
- Gegen Gas im Vorteil: Laut Verivox (Herbst 2025) heizt eine effiziente Wärmepumpe rund 41 % günstiger als eine Gasheizung – Tendenz steigend durch den CO₂-Preis.
Stromkosten-Rechner Wärmepumpe
Schätzt Stromverbrauch und Stromkosten pro Jahr aus Wohnfläche, Gebäudezustand, JAZ und Strompreis. Richtwerte für ein Einfamilienhaus – keine Auslegung.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Jahr?
Als grober Richtwert gilt für ein Einfamilienhaus ein Jahresstromverbrauch von rund 3.500 bis 6.000 kWh bzw. etwa 35–45 kWh je Quadratmeter beheizter Fläche und Jahr. Der tatsächliche Wert hängt stark vom Gebäude ab – die Spanne zwischen einem gut gedämmten Neubau und einem unsanierten Altbau ist enorm.
Die belastbarsten Verbrauchsrichtwerte liefert der Heizspiegel der gemeinnützigen co2online gGmbH, der auf Heizkostenabrechnungen von rund 90.000 Haushalten in Deutschland beruht (Ausgabe 2024/2025).
| Gebäudetyp | Stromverbrauch (~150 m²) |
|---|---|
| Neubau / KfW-Effizienzhaus | ca. 1.900–3.500 kWh/Jahr |
| Sanierter Altbau | ca. 4.000–5.600 kWh/Jahr |
| Unsanierter Altbau | ca. 8.000–13.000 kWh/Jahr |
Richtwerte, stark objektabhängig. Quelle: co2online Heizspiegel (kWh/m²), aufbereitet für ein 150-m²-Haus. Stand 2024–2026.
Die Formel: Heizwärmebedarf ÷ JAZ
Der Stromverbrauch lässt sich mit einer einzigen, in der Auslegung anerkannten Formel abschätzen (Bezugsnormen VDI 4650 / DIN EN 12831):
Jahres-Stromverbrauch (kWh) = Jahres-Heizwärmebedarf (kWh) ÷ JAZ
Beispiel: Ein Haus mit 18.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,6 verbraucht 18.000 ÷ 3,6 = 5.000 kWh Strom pro Jahr. Die JAZ (Jahresarbeitszahl) sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom über das Jahr macht. Sie ist die zentrale Stellschraube für den Verbrauch – deshalb steht sie im Rechner oben zur Auswahl.
Was kostet der Strom pro Jahr?
Die Stromkosten sind der Verbrauch mal dem Strompreis. Realistisch liegen sie im Einfamilienhaus 2026 meist bei 750 bis 1.600 € pro Jahr. Damit die Rechnung ehrlich bleibt, hier drei Szenarien mit offengelegten Annahmen für einen gleichbleibenden Heizwärmebedarf von 18.000 kWh/Jahr:
| Szenario | JAZ | Stromverbrauch | WP-Tarif 24 ct | Haushaltsstrom 36 ct |
|---|---|---|---|---|
| Worst-Case | 2,8 | ~6.400 kWh | ~1.540 € | ~2.300 € |
| Normal | 3,6 | ~5.000 kWh | ~1.200 € | ~1.800 € |
| Best-Case | 4,3 | ~4.200 kWh | ~1.000 € | ~1.510 € |
Modellrechnung, Annahmen: 18.000 kWh Wärmebedarf, gerundet. Preise nach BDEW-Strompreisanalyse (April 2026) und Verivox. Stand 2026 [MED].
Wärmepumpen-Tarif statt Haushaltsstrom
Für Wärmepumpen gibt es eigene Stromtarife, die 2026 rund 20–28 ct/kWh kosten – deutlich unter dem normalen Haushaltsstrom von etwa 30–37 ct/kWh (Frühjahr 2026). Voraussetzung ist meist ein separater oder ein zweiter Zählerkreis. Ein WP-Tarif lohnt sich in der Regel ab etwa 5.000 kWh Jahresverbrauch und spart grob 500–700 € pro Jahr (BDEW/Verivox, Stand Q1–Q2 2026). Bei sehr geringem Verbrauch kann die Grundgebühr eines zweiten Zählers den Vorteil aufzehren – hier lohnt der Vergleich.
§14a EnWG: 110–360 € Netzentgelt sparen
Seit dem 01.01.2024 gelten Wärmepumpen über 4,2 kW als „steuerbare Verbrauchseinrichtungen" nach §14a EnWG. Im Gegenzug für reduzierte Netzentgelte darf der Netzbetreiber die Leistung bei Netzüberlastung kurzzeitig drosseln – aber niemals ganz abschalten und nie unter 4,2 kW (das reicht, um ein Haus warm zu halten). Die Ersparnis (Rechtsstand 2026):
- Modul 1 (pauschale Reduzierung): rund 110–190 € pro Jahr.
- Modul 3 (zeitvariables Netzentgelt, ggf. separater Zähler): bis rund 360 € pro Jahr.
Quelle: §14a EnWG / Bundesnetzagentur; €-Beträge netzbetreiberabhängig. Stand 2026 [HIGH/MED].
Wichtig zur Einordnung: „Drosseln" heißt nicht „Abschalten". Die Netzbetreiber garantieren eine Restleistung – ein kaltes Haus im Winter durch §14a ist ausgeschlossen. In der Praxis kommt es bislang nur selten und kurz zu Eingriffen.

Was den Stromverbrauch wirklich beeinflusst
Nicht jeder Faktor wiegt gleich schwer. Sortiert nach Hebelwirkung:
- JAZ und Vorlauftemperatur (größter Hebel): Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher die JAZ. Als Faustregel senkt jedes Grad weniger den Stromverbrauch um rund 2,5 %. Große Heizflächen (Fußbodenheizung, groß dimensionierte Heizkörper) und ein hydraulischer Abgleich machen niedrige Vorlauftemperaturen erst möglich.
- Dämmung und Heizlast: Sie bestimmen den Wärmebedarf, also die Zahl vor dem „÷ JAZ". Der Sprung vom unsanierten zum sanierten Haus ist der größte einzelne Verbrauchsunterschied.
- Heizflächen und hydraulischer Abgleich: Richtig eingestellt, arbeitet die Pumpe mit weniger Vorlauf und läuft ruhiger.
- Warmwasserbereitung: Läuft ganzjährig auf höherer Zieltemperatur und macht grob 1.000–1.500 kWh Strom bzw. rund 15–25 % des Verbrauchs im gut gedämmten Haus aus – ihr relativer Anteil steigt, je besser das Haus gedämmt ist.
- Tarif und Nutzerverhalten: Der Tarif verändert die Kosten, nicht den Verbrauch; das Verhalten (Raumtemperatur, Warmwassermenge) hat den kleinsten, aber spürbaren Einfluss.

Die Wärmepumpe im Winter: der Stromfresser-Mythos im Faktencheck
Die häufigste Sorge: Im Winter explodiert der Stromverbrauch. Richtig ist – der Verbrauch ist im Winter höher. Falsch ist die Deutung, das sei ein Defekt oder eine Kostenfalle.
Warum Dezember und Januar 50–80 % über dem Schnitt liegen
Rund 60–70 % des Jahresstroms fallen in die Monate November bis Februar. In Dezember und Januar liegt der Monatsverbrauch typisch 50–80 % über dem Durchschnitt der Heizperiode. Das ist physikalisch normal: Es ist kälter, das Haus verliert mehr Wärme. Zum Einordnen der Tagesspitzen bei etwa −10 °C:
| Gebäudetyp | Tagesverbrauch bei ~−10 °C |
|---|---|
| Neubau | ca. 20–30 kWh |
| Sanierter Altbau | ca. 28–42 kWh |
| Unsanierter Altbau | ca. 48–65 kWh |
Richtwerte. Quelle: co2online-Richtwerte, Ratgeber-Aufbereitungen. Stand 2024–2026 [MED].
Funktioniert sie bei −15 °C oder −20 °C?
Ja. Moderne Luft/Wasser-Wärmepumpen – besonders Geräte mit dem Kältemittel R290 (Propan) – arbeiten bis etwa −20 bis −25 °C. Bei rund −20 °C sinkt die Leistungszahl (COP) auf grob 1,5–1,9 (bei 35 °C Vorlauf). Selbst dann liefert die Pumpe weiterhin deutlich mehr Wärme als ein reiner Elektroheizstab, dessen Wirkungsgrad bei 100 % (COP 1) liegt.
Der Heizstab-Beweis: nur rund 1,3 % der Stromarbeit
Der stärkste Beleg gegen den Mythos kommt aus der Fraunhofer-ISE-Feldstudie „Wärmepumpen-Qualitätssicherung im Bestand" (veröffentlicht 03.11.2025, 77 Anlagen über vier Jahre): Der elektrische Heizstab, der die Wärmepumpe an sehr kalten Tagen unterstützt, leistete im Mittel nur rund 1,3 % der gesamten elektrischen Arbeit (2020 waren es noch ~1,9 %). Anders gesagt: Über 98 % der Wärme kommen aus dem effizienten Wärmepumpenprozess, nicht aus dem teuren Heizstab. Die Angst vor dem „Notheizen mit Strom" ist damit für gut ausgelegte Anlagen entkräftet.
Reale Effizienz statt Laborwert: was die JAZ aussagt
Werbeprospekte nennen oft die Labor-Kennzahl SCOP. Entscheidend für Ihre Rechnung ist die im echten Betrieb gemessene JAZ. Die Fraunhofer-Feldstudie 2025 liefert dafür belastbare Mittelwerte inklusive Spannen:
| Wärmepumpen-Typ | Feld-JAZ (Mittel) | Spanne |
|---|---|---|
| Luft/Wasser | 3,4 | 2,6–4,9 |
| Sole/Wasser (Erdwärme) | 4,3 | 3,6–5,4 |
Quelle: Fraunhofer ISE, WP-QS im Bestand, 77 Anlagen. Stand 03.11.2025 [HIGH]. Wirtschaftlich gilt eine Anlage in der Regel ab JAZ ~3,0.
Bemerkenswert: Die Studie fand keine Korrelation zwischen Gebäudealter und Effizienz. In sanierten Altbauten ermöglichten vorhandene Heizkörper ähnlich niedrige Vorlauftemperaturen wie Flächenheizungen. Eine Wärmepumpe ist also nicht per se ein Neubau-Thema – entscheidend sind Auslegung, Heizflächen und hydraulischer Abgleich, nicht das Baujahr.
Stromkosten Wärmepumpe vs. Gasheizung
Der ehrliche Betriebskosten-Vergleich fällt klar für die Wärmepumpe aus. Verivox rechnete im Herbst 2025 vor:
| Gasheizung | Wärmepumpe (JAZ 4) | |
|---|---|---|
| Verbrauch | 20.000 kWh Gas | 5.000 kWh Strom |
| Arbeitspreis | 11,3 ct/kWh | 26,7 ct/kWh |
| Kosten/Jahr | ~2.262 € | ~1.337 € |
Quelle: Verivox-Analyse „Wärmepumpe heizt 41 Prozent günstiger als Gasheizung". Stand Herbst 2025 [HIGH als Verivox-Aussage, modellabhängig].
Das sind rund 925 € bzw. 41 % Ersparnis pro Jahr. Der Vorsprung dürfte weiter wachsen: Der nationale CO₂-Preis liegt 2026 im Korridor von 55–65 €/t und verteuert fossiles Gas. Ab 2028 löst das EU-Emissionshandelssystem für Gebäude (ETS2) den Festpreis ab, was den Gaspreis voraussichtlich stärker steigen lässt. Die Wärmepumpe nutzt Strom, der zunehmend aus erneuerbaren Quellen kommt – in der Feldstudie emittierten Wärmepumpen im Schnitt rund 64 % weniger CO₂ als vergleichbare Gasheizungen (Strommix 2024).
Was kostet eine Wärmepumpe in Ihrer Stadt?
Regionale Klimadaten, Stromtarife und lokale Fachbetriebe beeinflussen Verbrauch und Kosten. Auf den Stadt-Seiten von Wärmepedia finden Sie ortsbezogene Richtwerte – oder Sie holen unverbindlich konkrete Angebote ein.
Angebote vergleichenSpartipps: So senken Sie den Stromverbrauch
- Vorlauftemperatur senken: Heizkurve so flach wie möglich einstellen – jedes Grad spart rund 2,5 % Strom.
- Hydraulischen Abgleich durchführen lassen: Verteilt die Wärme gleichmäßig und senkt den nötigen Vorlauf.
- Warmwasser optimieren: Zieltemperatur nicht unnötig hoch, Legionellenschaltung sinnvoll takten.
- Wärmepumpen-Tarif und §14a nutzen: zusammen schnell mehrere Hundert Euro pro Jahr.
- Photovoltaik koppeln: In der Fraunhofer-Feldstudie erreichten Anlagen mit PV und Speicher Autarkiegrade bis rund 62 % und Eigenverbrauchsanteile bis 83 % – jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom.
Ein Hinweis zur Wirtschaftlichkeit vorab: Der Einbau selbst wird über die KfW-Förderung 458 bezuschusst. Der Zuschuss setzt sich zusammen aus 30 % Grundförderung, 20 % Klimageschwindigkeits-Bonus, bis zu 30 % Einkommens-Bonus (bei zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 40.000 €) und 5 % Effizienz-Bonus, maximal 70 %. Die förderfähigen Höchstkosten liegen bei 30.000 € (erste Wohneinheit), der maximale Zuschuss damit bei 21.000 € (Stand 2026).
Wann sich eine Wärmepumpe (noch) nicht rechnet
Damit dieser Ratgeber ehrlich bleibt: Es gibt Konstellationen, in denen der Stromverbrauch und damit die Kosten hoch ausfallen.
- Sehr hohe Vorlauftemperatur nötig: Ein unsaniertes Haus mit kleinen Heizkörpern, das dauerhaft 60–65 °C Vorlauf braucht, drückt die JAZ Richtung 2,5–2,8 – dann steigen Verbrauch und Kosten deutlich.
- Falsche Dimensionierung / kein hydraulischer Abgleich: häufigste Ursache für enttäuschende Feldwerte. Die Studie zeigt große Spannen – die Auslegung entscheidet.
- Sehr kleiner Verbrauch: Bei unter ~4.000 kWh kann die Grundgebühr eines zweiten WP-Zählers den Tarifvorteil auffressen.
In diesen Fällen lohnt es sich, vor dem Einbau die Heizflächen zu prüfen und die Anlage sauber auslegen zu lassen – das ist der Unterschied zwischen JAZ 2,8 und JAZ 3,8.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Jahr?
Was kostet eine Wärmepumpe an Strom im Jahr?
Verbraucht die Wärmepumpe im Winter viel mehr Strom?
Ab wann lohnt sich ein Wärmepumpen-Stromtarif?
Was bringt §14a EnWG an Ersparnis?
Ist eine Wärmepumpe günstiger als eine Gasheizung?
Wie viel Strom braucht die Warmwasserbereitung?
Quellen
- Fraunhofer ISE – „WP-QS im Bestand" (Feldstudie, 77 Anlagen), Stand 03.11.2025.
- co2online – Heizspiegel / Stromverbrauch Wärmepumpen (~90.000 Haushalte), Ausgabe 2024/2025.
- BDEW – Strompreisanalyse, Stand April 2026.
- Verivox – „Wärmepumpe heizt 41 Prozent günstiger als Gasheizung", Stand Herbst 2025.
- §14a EnWG / Bundesnetzagentur, Rechtsstand 2026.
- KfW – Zuschuss 458 „Heizungsförderung für Privatpersonen", Stand 2026.
- Bezugsnormen zur Berechnung: VDI 4650 / DIN EN 12831.